Google Ads Benchmark 2026: Was steigende CPCs und sinkender ROAS für Händler bedeuten

Die neue Auswertung von Channable liefert E-Commerce-Teams kurz vor der zweiten Jahreshälfte ein unangenehmes, aber wichtiges Signal: Google-Ads-Klicks werden teurer, während die Kapitalrendite vieler Shopping- und Performance-Max-Kampagnen sinkt. Für Händler, Agenturen und Marketingverantwortliche ist das keine abstrakte Marktbeobachtung, sondern ein Hinweis darauf, Budgets, Feed-Qualität und Kampagnenstruktur jetzt deutlich genauer zu prüfen.
Inhaltsverzeichnis
Was wurde veröffentlicht?
Am 12. Juli 2026 hat das Fachmedium PPC Land über neue Benchmark-Daten von Channable berichtet. Parallel hat Channable ein öffentliches Google Ads Benchmark für E-Commerce-Werbetreibende freigeschaltet. Laut Channable basiert die Auswertung auf aggregierten, anonymisierten Daten aus mehr als 10.000 Google-Ads-Konten in EU- und EWR-Märkten.
Im Mittelpunkt stehen drei Kennzahlen, die für viele Händler unmittelbar relevant sind. Erstens stiegen die durchschnittlichen Cost-per-Click-Werte im Jahresvergleich zwischen Juni 2025 und Juni 2026 um 15 Prozent. Zweitens sank der durchschnittliche ROAS bei Performance-Max-Kampagnen im selben Zeitraum um 46 Prozent. Drittens ging der durchschnittliche ROAS bei Standard-Shopping-Kampagnen um 43 Prozent zurück.
PPC Land nennt darüber hinaus weitere Messwerte aus der Channable-Auswertung: Die Datenbasis umfasst 1,38 Milliarden Euro verifizierten Google-Ads-Spend, die durchschnittlichen CPA-Werte stiegen bei Performance Max um 1,44 Euro und bei Shopping um 1,94 Euro. Für die Budgetplanung ist zudem relevant, dass der Werbedruck im vierten Quartal 2025 laut Channable deutlich höher lag als im ersten Quartal.
Warum ist diese Entwicklung für Unternehmen relevant?
Steigende Klickpreise sind für sich genommen noch kein Drama. Kritisch wird die Lage dann, wenn höhere CPCs nicht durch bessere Conversion-Raten oder höhere Warenkörbe kompensiert werden. Genau auf diese Kombination weist die aktuelle Auswertung hin: höhere Einkaufskosten für Traffic bei gleichzeitig schwächerer Effizienz in Performance Max und Shopping.
Für Unternehmen mit starkem E-Commerce-Anteil bedeutet das vor allem eines: Die bisherige Kampagnenlogik aus dem Vorjahr reicht möglicherweise nicht mehr aus. Wer Budgets, Ziel-ROAS-Werte oder Feed-Setups unverändert weiterführt, riskiert im weiteren Jahresverlauf sinkende Margen oder Reichweitenverluste.
Hinzu kommt, dass Channable die Unterschiede nicht als gleichmäßigen Markteffekt beschreibt. Die Daten deuten darauf hin, dass gut gepflegte Produktdaten, saubere Kampagnenstrukturen und realistische Budgetsteuerung stärker über die Effizienz entscheiden als noch vor einigen Quartalen. Das passt auch zu typischen Optimierungsfeldern, wie sie viele Teams bereits aus der Planung von SEA-Kampagnen oder aus einer sauberen Budget-, Struktur- und Messlogik im SEA kennen.
Was Channable als Ursachen nennt
Channable führt die Entwicklung laut PPC Land im Wesentlichen auf drei Faktoren zurück. Erstens steigen in einzelnen europäischen Märkten die Auktionspreise, weil mehr Werbetreibende in bisher günstigere Märkte drängen. Zweitens bündelt Performance Max den Wettbewerb stärker über mehrere Google-Flächen hinweg, was den Preisdruck in automatisierten Kampagnen erhöhen kann. Drittens wächst der Abstand zwischen Accounts mit sauber gepflegten Produktdaten und Accounts, deren Feed-Struktur, Attribute oder Kategorisierung lückenhaft sind.
Gerade der dritte Punkt ist für viele Unternehmen entscheidend. Wenn Produktdaten unvollständig oder unpräzise sind, fehlen Google wichtige Signale für Ausspielung und Relevanz. Das kann sich auf Sichtbarkeit, Klickqualität und Conversion-Wahrscheinlichkeit auswirken. Wer Performance-Max- oder Shopping-Ergebnisse also nur als Gebotsproblem betrachtet, greift womöglich zu kurz.
Was Marketingteams jetzt prüfen oder tun sollten
1. Benchmarks gegen die eigenen Kampagnen spiegeln
Vergleichen Sie Ihre aktuellen CPC-, CPA- und ROAS-Werte getrennt nach Performance Max und Standard Shopping mit den veröffentlichten Markttrends. Entscheidend ist nicht nur, ob Ihre Werte schlechter geworden sind, sondern ob sie sich schneller verschlechtern als das Marktumfeld. Falls Sie interne Reports noch zu grob aggregieren, sollten Sie die Auswertung jetzt kanal- und kampagnentypspezifisch aufsetzen.
2. Feed-Qualität als Performance-Hebel behandeln
Wenn Klickpreise steigen, wird ein sauberer Produktfeed noch wertvoller. Prüfen Sie deshalb Titel, Produkttypen, GTIN-Abdeckung, Bildqualität, Kategoriezuordnung und Verfügbarkeit systematisch. Wer Produktdaten nur operativ verwaltet, verschenkt unter höherem Wettbewerbsdruck schnell Effizienz. Für Teams mit komplexeren Setups kann auch eine externe Unterstützung durch eine SEA-Agentur sinnvoll sein, wenn Feed, Kampagnenstruktur und Steuerungslogik gemeinsam überarbeitet werden sollen.
3. Q4-Budgets nicht aus Q1-Werten ableiten
Channable verweist darauf, dass der Werbedruck im vierten Quartal 2025 klar über dem Niveau aus Q1 lag. Wer die kommenden Monate mit einem linearen Budgetmodell plant, unterschätzt deshalb möglicherweise den tatsächlichen Bedarf. Prüfen Sie Ihre Saisonalität, legen Sie Puffer für Shopping und Performance Max fest und definieren Sie vorab, welche Produktgruppen oder Margenklassen im Herbst Priorität haben sollen.
4. Zielwerte und Automatisierung kritisch hinterfragen
Sinkender ROAS bei gleichzeitig höheren Klickkosten ist oft ein Warnsignal dafür, dass Zielwerte nicht mehr zu Markt und Sortiment passen. Kontrollieren Sie, ob Ziel-ROAS-Vorgaben, Budgetobergrenzen und Kampagnen-Splits noch realistisch sind. Auch operative Werkzeuge wie der Google Ads Editor helfen dabei, größere Struktur- oder Gebotsanpassungen sauber vorzubereiten und auszurollen.
Quelle und Einordnung
Die zentrale Meldung stammt aus dem Fachbeitrag von PPC Land vom 12. Juli 2026. Die Grunddaten werden durch Channables öffentliches Benchmark-Angebot gestützt, das Kennzahlen wie CPC, CTR, Conversion Rate, CPA und ROAS für E-Commerce-Konten in EU- und EWR-Märkten ausweist. Wichtig ist dabei die Einordnung: Nicht jede Branche, jedes Land und jedes Sortiment ist gleich betroffen. Die Richtung des Signals ist jedoch klar genug, um die eigene Google-Ads-Planung kurzfristig zu überprüfen.
Für Unternehmen ist das vor allem eine Management-Frage. Wenn Marktpreise steigen und Renditen sinken, reicht es nicht, nur mehr Budget einzuplanen. Entscheidend sind saubere Prioritäten, realistische Zielwerte und eine belastbare Datengrundlage in Feed, Tracking und Kampagnenstruktur.
FAQ
Was zeigt der Google Ads Benchmark von Channable?
Das Tool vergleicht zentrale E-Commerce-Kennzahlen wie CPC, CTR, Conversion Rate, CPA und ROAS mit aggregierten Benchmark-Daten aus EU- und EWR-Märkten.
Warum ist der Rückgang beim ROAS so relevant?
Weil sinkender ROAS bedeutet, dass Werbeausgaben im Verhältnis zum erzielten Umsatz weniger effizient arbeiten. In Kombination mit steigenden CPCs verschlechtert das die Wirtschaftlichkeit vieler Kampagnen.
Welche Kampagnentypen sollten Unternehmen zuerst prüfen?
Im direkten Zusammenhang mit der Meldung vor allem Performance Max und Standard Shopping. Beide Kampagnentypen stehen im Zentrum der veröffentlichten Channable-Daten.
Reicht es aus, einfach das Budget zu erhöhen?
Nein. Ohne bessere Feed-Qualität, klarere Priorisierung und passende Zielwerte kann mehr Budget die Effizienzprobleme sogar verdecken statt lösen.
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