Search Console: Multimodale Suche für Unternehmen messbar

Google erweitert die Search Console um eine Auswertung für multimodale Websuchen. Unternehmen können damit erstmals getrennt nachvollziehen, wie ihre Website bei bildgestützten Suchanfragen sichtbar wird – etwa über Google Lens, Circle to Search auf Android, Bild-Uploads in der Google Suche oder die Chrome-Funktion „Mit Google nach Bild suchen“. Der weltweite Rollout startet am 24. September 2026; Kennzahlen erscheinen dort, wo eine Property tatsächlich Traffic aus diesen Sucharten erhält.
Inhaltsverzeichnis
Was Google in der Search Console verändert
In den Leistungsberichten für Suchergebnisse gibt es einen neuen Suchtyp-Filter für multimodale Suchen. Google bindet diese Daten außerdem in den Bericht für generative KI-Funktionen ein. Die Neuerung schafft keinen zusätzlichen Rankingfaktor und auch keine neue Darstellungsform für Websites. Sie erweitert die Messbarkeit: Sichtbarkeit, Klicks und weitere bekannte Leistungsdaten lassen sich für eine klar abgegrenzte Gruppe von Suchvorgängen betrachten.
Multimodal bedeutet hier: Menschen starten oder verfeinern eine Suche mit einem Bild. Das kann ein Foto aus der Smartphone-Kamera sein, ein Bild-Upload in der Google Suche, eine Suche mit Google Lens oder Circle to Search. Gerade bei Produkten, Orten, Einrichtungsbeispielen, Ersatzteilen, Rezepten oder visuellen Problemstellungen ist der Ausgangspunkt häufig kein klassisches Keyword. Für das Reporting ist das wichtig, weil diese Zugriffe bisher nicht separat zu erkennen waren.
Die Daten stehen laut Google nicht rückwirkend pauschal für jede Website bereit. Sie werden angezeigt, sobald eine Property relevanten Traffic aus multimodalen Anfragen erhält. Der Filter kann anschließend über die Export-Funktion in andere Analysewerkzeuge übernommen werden. Eine solide Grundlage zum Aufbau der übrigen Berichte bietet auch das Glossar zur Google Search Console.
Warum die Änderung für Unternehmen relevant ist
Für Marketing- und SEO-Teams entsteht ein zusätzlicher Blick auf die Suchnachfrage. Wenn Bildmaterial, Produktseiten oder visuelle Hilfestellungen eine Rolle spielen, kann die neue Segmentierung zeigen, ob daraus überhaupt messbare Suchkontakte entstehen. Das ersetzt weder die Analyse nach Suchanfragen noch die Bewertung von Umsatz, Leads oder qualifizierten Anfragen. Es verhindert aber, dass ein wachsender visueller Zugangskanal vollständig in den allgemeinen Web-Suchwerten verschwindet.
Besonders E-Commerce-Unternehmen können prüfen, ob einzelne Produktgruppen bei bildgestützten Recherchen sichtbar werden. B2B-Anbieter können beobachten, ob technische Abbildungen, Referenzfotos oder Anwendungsbeispiele neue Zugriffe liefern. Dienstleistungsunternehmen mit lokalen Leistungen profitieren möglicherweise bei visuell geprägten Suchen nach Orten, Stilen oder konkreten Problemen. Ob daraus ein Geschäftseffekt entsteht, lässt sich jedoch nur mit den eigenen Conversion- und CRM-Daten beurteilen.
Die neue Auswertung ist deshalb vor allem ein Diagnosewerkzeug. Hohe Impressionen bedeuten nicht automatisch mehr Nachfrage, und Klicks allein beweisen keinen wirtschaftlichen Erfolg. Teams sollten das Segment mit ihren bestehenden Zielgrößen verbinden, statt aus einzelnen Ausschlägen voreilige Content- oder Budgetentscheidungen abzuleiten. Wer Sichtbarkeit im Suchumfeld grundsätzlich einordnen möchte, findet ergänzende Grundlagen im Beitrag über Google Ranking.
Was Marketingteams jetzt konkret prüfen sollten
1. Den neuen Filter in bestehenden Properties beobachten
Öffnen Sie in den Leistungsberichten der betroffenen Search-Console-Property den Suchtyp-Filter und prüfen Sie, ob multimodale Daten erscheinen. Dokumentieren Sie den Startzeitpunkt der Beobachtung. Da der Rollout am 24. September beginnt und Daten nur bei entsprechendem Traffic sichtbar werden, ist ein leerer Bericht zunächst kein Hinweis auf ein technisches Problem oder schlechte Qualität.
2. Zeiträume und Seitengruppen getrennt auswerten
Vergleichen Sie nicht nur die gesamte Website. Bildstarke Kategorien, Produktdetailseiten, Ratgeber mit eigenen Grafiken oder lokale Landingpages können sich deutlich unterscheiden. Nutzen Sie Seiten- und Zeitfilter, um Muster einzugrenzen. Prüfen Sie anschließend, ob die betroffenen Seiten sauber indexierbar sind, relevante Inhalte direkt erklären und den nächsten Schritt für Interessierte verständlich machen.
3. Exporte in das reguläre Reporting integrieren
Google erlaubt den Export der gefilterten Daten. Ergänzen Sie das Segment zunächst als separate Zeile oder Ansicht im SEO-Reporting. So bleibt nachvollziehbar, ob Veränderungen aus der multimodalen Suche stammen oder aus anderen Suchtypen. Verbinden Sie die Werte, wenn möglich, mit Webanalyse und CRM: Entscheidend sind nicht nur Klicks, sondern auch Interaktionen, Anfragen und die Qualität der Kontakte.
4. Visuelle Inhalte anhand echter Such- und Nutzersignale priorisieren
Die neue Messung ist kein Anlass, wahllos Bilder zu produzieren oder bestehende Seiten mit Dekoration zu überladen. Priorisieren Sie Seiten, auf denen Bilder eine fachliche Frage besser beantworten: Produkte, Varianten, Anwendungen, Vorher-Nachher-Situationen oder Standortbezüge. Sorgfältige Bilddateien, verständliche Alternativtexte und eine inhaltlich passende Seite bleiben sinnvoller als rein technische Optimierungen ohne Nutzwert.
5. Keine Schnellschlüsse aus einzelnen Kennzahlen ziehen
Setzen Sie vor einer größeren Maßnahme einen Beobachtungszeitraum fest und vergleichen Sie mehrere Kennzahlen. Falls multimodaler Traffic sichtbar wird, klären Sie zuerst: Welche Seiten erhalten ihn? Wie verhalten sich Nutzer danach? Und gibt es einen Unterschied bei Conversion-Raten oder Leadqualität? Für die methodische Prüfung von Wettbewerbern und Sichtbarkeitslücken kann eine Konkurrenzanalyse im SEO einen zusätzlichen Rahmen liefern.
Grenzen der neuen Kennzahlen
Google beschreibt den Filter als Reporting-Erweiterung. Daraus lässt sich weder eine bestimmte Reichweite noch ein Vorteil für einzelne Branchen ableiten. Auch bleibt offen, wie groß der Anteil multimodaler Suchen je Markt, Gerät oder Zielgruppe ist. Die Daten helfen bei der Einordnung der eigenen Property; sie ersetzen keine Tests, keine Conversion-Messung und keine strategische Entscheidung über Inhalte.
Für Unternehmen ist die pragmatische Reihenfolge daher klar: Verfügbarkeit prüfen, Daten sauber segmentieren, relevante Seiten bewerten und erst dann Verbesserungen priorisieren. Wer dabei externe Unterstützung für Analyse, technische Umsetzung und Content-Abstimmung benötigt, kann die SEO-Beratung für Unternehmen als Orientierung für die Auswahl nutzen.
FAQ zur multimodalen Suche in der Search Console
Welche Sucharten umfasst der neue Bericht?
Google nennt unter anderem Google Lens, Circle to Search auf Android, Bild-Uploads in der Google Suche und die Chrome-Funktion „Mit Google nach Bild suchen“.
Ist der Filter schon weltweit verfügbar?
Google startet den weltweiten Rollout am 24. September 2026. Messwerte erscheinen in einer Property, wenn sie Traffic aus entsprechenden Suchanfragen erhält.
Verbessert der Filter das Ranking meiner Website?
Nein. Er schafft zusätzliche Transparenz im Reporting. Verbesserungen an Inhalt, Technik oder Bildmaterial sollten weiterhin auf konkrete Nutzerbedürfnisse und messbare Ziele ausgerichtet sein.
Quelle und Einordnung
Die Angaben zu Funktionsumfang, Startdatum und Rollout stammen aus der Ankündigung von Google Search Central. Die Einordnung zu Reporting, Priorisierung und Conversion-Messung leitet daraus keine versprochenen Traffic- oder Umsatzwirkungen ab, sondern beschreibt sinnvolle Prüfschritte für Marketingteams.
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