Pinterest-Suchanzeigen: Neue Optionen für Produktsichtbarkeit

Pinterest erweitert sein Werbeangebot um Visual Search Ads und mehrere neue Werkzeuge für Performance-Kampagnen. Das neue Anzeigenformat soll Produkte in Pinterest-Suchergebnissen und in der Detailansicht von Pins sichtbar machen, während Priority Products, Self-Service-A/B-Tests und App Promotion mehr Steuerungsmöglichkeiten ergänzen. Für Händler und Marketingteams ist vor allem wichtig: Ein sofortiger flächendeckender Einsatz ist nicht angekündigt. Visual Search Ads sollen in den kommenden Wochen als Beta für berechtigte Werbetreibende in allen Pinterest-Werbemärkten verfügbar werden.
Inhaltsverzeichnis
Was Pinterest angekündigt hat
Visual Search Ads verbinden laut Pinterest die Relevanz von Suchbegriffen mit der visuellen Produkterkennung der Plattform. Anzeigen können prominent in Suchergebnissen und bei geöffneten Pins erscheinen. Nutzer sollen von dort direkt auf die Website des Werbetreibenden gelangen. Pinterest positioniert das Format für Ziele in späteren Phasen der Customer Journey, wenn Menschen Produkte vergleichen und sich einer Entscheidung nähern.
Technisch und strategisch ordnet Pinterest das neue Format in seine Performance+-Suite ein. Visual Search Ads sollen mit Pinterest Performance+ kompatibel sein. Damit werden sie nicht als isoliertes Branding-Format angekündigt, sondern als Bestandteil eines stärker automatisierten Performance-Angebots. Welche Konten zuerst Zugang erhalten, welche Kampagnenziele im jeweiligen Markt auswählbar sind und wie die Auslieferung im Detail gesteuert wird, sollte jedes Unternehmen direkt im eigenen Werbekonto prüfen.
Priority Products für gezieltere Produktpriorisierung
Mit Priority Products erhält Pinterest Performance+ eine zusätzliche Steuerungsmöglichkeit. Werbetreibende sollen bestimmte Produkte priorisieren können, etwa für saisonale Einführungen, Aktionen oder einen gezielten Kategorie-Schwerpunkt. Die Automatisierung bleibt bestehen, während die geschäftliche Priorität einzelner Produkte stärker in die Kampagnensteuerung einfließen kann.
Das ist besonders für Händler interessant, deren Sortiment nicht gleichmäßig beworben werden soll. Statt allein auf die automatische Auswahl zu vertrauen, können sie Produktstrategie, Warenverfügbarkeit und Kampagnenziel enger miteinander verbinden. Vor dem Einsatz sollten Produktfeed, Zielseiten und Bestände allerdings konsistent gepflegt sein. Ein priorisiertes Produkt hilft wenig, wenn die dazugehörige Seite langsam, unklar oder nicht lieferfähig ist.
Self-Service-A/B-Tests und App Promotion
Pinterest kündigt außerdem Self-Service-A/B-Tests an. Werbetreibende sollen damit Kampagnenstrategien über Creatives, Targeting und Einstellungen innerhalb von Pinterest Performance+ vergleichen können. Das erleichtert einen kontrollierten Testaufbau, ersetzt aber keine saubere Hypothese. Teams sollten vor jedem Test festlegen, welche einzelne Veränderung geprüft wird, welche Kennzahl entscheidet und wie lange der Test unter vergleichbaren Bedingungen laufen soll.
App Promotion ist als eigenes Ziel für App-Installationen vorgesehen und befindet sich laut Pinterest in einer globalen Beta für qualifizierte Werbetreibende. Unternehmen mit App-Geschäft sollten deshalb zunächst klären, ob ihr Konto zugelassen ist und ob Messung, Deep Links und Zielereignisse vollständig eingerichtet sind. Die Beta-Ankündigung ist kein Beleg dafür, dass die Funktion schon in jedem Konto verfügbar ist.
Warum die Entwicklung für Unternehmen relevant ist
Pinterest unterscheidet sich von vielen sozialen Plattformen durch seine starke Rolle bei Inspiration, Recherche und Produktentdeckung. Visual Search Ads setzen genau an diesem Verhalten an: Eine Anzeige kann in einem Kontext erscheinen, in dem Menschen nicht nur einen Begriff eingeben, sondern visuelle Merkmale eines Pins als Ausgangspunkt ihrer Suche nutzen. Für Händler kann das zusätzliche Berührungspunkte zwischen Inspiration und Produktseite schaffen.
Die Ankündigung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Pinterest für jedes Unternehmen ein neuer Pflichtkanal wird. Entscheidend sind Zielgruppe, visuelle Eignung des Angebots, Qualität des Produktfeeds und die Fähigkeit, Ergebnisse nach dem Klick zu messen. Unternehmen sollten Pinterest daher in ihre bestehende Social-Media-Marketing-Strategie einordnen und nicht getrennt von Sortiment, Website und Conversion-Messung betrachten.
Für B2B-Dienstleister ist die unmittelbare Relevanz meist geringer als für visuell geprägte Handels-, Wohn-, Mode-, Beauty- oder Lifestyle-Angebote. Trotzdem kann die Plattform für erklärungsbedürftige Produkte oder visuell dokumentierbare Ergebnisse interessant sein. Eine Social Media Agentur kann dabei helfen, Zielgruppe, Creative-Anforderungen und Messkonzept vor einem größeren Budgeteinsatz zu prüfen.
Was Marketingteams jetzt konkret prüfen sollten
- Beta-Zugang und Kontovoraussetzungen prüfen: Kontrollieren Sie im Pinterest-Werbekonto, ob Visual Search Ads, Priority Products, A/B-Tests oder App Promotion bereits angeboten werden. Planen Sie nicht mit Funktionen, die im eigenen Markt oder Konto noch nicht freigeschaltet sind.
- Produktdaten und Zielseiten vorbereiten: Prüfen Sie Titel, Bilder, Kategorien, Verfügbarkeit und Ziel-URLs im Produktfeed. Die visuelle Anzeige, das beworbene Produkt und die Landingpage sollten dieselbe Erwartung erfüllen.
- Ein enges Testdesign festlegen: Definieren Sie pro A/B-Test nur eine zentrale Hypothese, eine primäre Erfolgskennzahl und einen vorab festgelegten Auswertungszeitraum. Änderungen an Creative, Targeting und Gebot sollten nicht gleichzeitig vermischt werden.
- Produkte nach Geschäftsziel priorisieren: Nutzen Sie Priority Products nicht nur für hohe Margen, sondern berücksichtigen Sie Bestand, Saisonalität, Lieferfähigkeit und die Qualität der jeweiligen Produktseite.
- Messung vor dem Start validieren: Stellen Sie sicher, dass relevante Ereignisse wie Produktansicht, Warenkorb, Kauf oder App-Installation korrekt erfasst werden. Ohne belastbare Messung lässt sich der zusätzliche Wert des neuen Formats nicht seriös bewerten.
Für die operative Umsetzung lohnt sich außerdem ein Abgleich mit vorhandenen Ressourcen. Creatives müssen nicht nur zur Marke passen, sondern auch im visuellen Suchkontext verständlich sein. Wer Unterstützung bei laufender Content-Produktion und Kampagnenbetreuung benötigt, kann beispielsweise prüfen, ob ein individuelles Social-Media-Paket zum tatsächlichen Bedarf passt.
FAQ zu Pinterest Visual Search Ads
Sind Visual Search Ads bereits allgemein verfügbar?
Nein. Pinterest kündigt eine Beta für berechtigte Werbetreibende in allen Pinterest-Werbemärkten in den kommenden Wochen an. Unternehmen sollten die konkrete Verfügbarkeit im eigenen Konto prüfen.
Wo sollen die Anzeigen erscheinen?
Nach Angaben von Pinterest sind prominente Platzierungen in Pinterest-Suchergebnissen und in der Detailansicht von Pins vorgesehen. Von der Anzeige können Nutzer direkt auf die Website des Werbetreibenden gelangen.
Was ist der Unterschied zwischen Visual Search Ads und Priority Products?
Visual Search Ads sind ein neues Anzeigenformat für visuelle Such- und Entdeckungssituationen. Priority Products ist dagegen eine Steuerungsfunktion innerhalb von Pinterest Performance+, mit der Werbetreibende ausgewählte Produkte stärker priorisieren können.
Welche Aufgabe haben die neuen A/B-Tests?
Die Self-Service-Tests sollen Vergleiche von Creatives, Targeting und Strategien innerhalb von Pinterest Performance+ erleichtern. Aussagekräftige Ergebnisse setzen trotzdem eine klare Hypothese und einen kontrollierten Testaufbau voraus.
Quelle und Einordnung
Grundlage dieses Beitrags ist die Mitteilung „Pinterest unveils Visual Search Ads and new Performance tools“ aus dem Pinterest Newsroom vom 17. September 2026. Die genannten Produkte, Verfügbarkeiten und Beta-Hinweise stammen aus dieser Primärquelle. Die Handlungsempfehlungen sind unsere redaktionelle Einordnung für Unternehmen und Marketingverantwortliche.
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