Semrush meldet fehlerhafte Rankingdaten: SEO-Berichte prüfen

Semrush hat am 27. Oktober 2026 auf fehlerhafte Daten bei der automatisierten Erfassung von Google-Suchergebnissen hingewiesen. Für Unternehmen ist die Meldung ein Anlass, auffällige Rankingberichte vor strategischen Entscheidungen zu überprüfen. Einzelne Positionssprünge sollten zunächst als Prüfauftrag behandelt werden. Ob tatsächlich Handlungsbedarf an der Website besteht, muss das Marketingteam anhand zusätzlicher Informationen beurteilen.
Inhaltsverzeichnis
Was Semrush zu den Rankingdaten mitteilt
In seiner Mitteilung zu „Poisoned SERPs“ beschreibt Semrush Suchergebnisse, die bei automatisierten Abfragen von den Ergebnissen für gewöhnliche Nutzer abweichen können. Teilweise seien Treffer deutlich unpassend, teilweise wirke die Ergebnisseite zunächst plausibel. Der Anbieter erklärt, ungültige Ergebnisse auszusortieren, Datenquellen angepasst und zusätzliche Prüfungen samt erneuter Erfassung verdächtiger Ergebnisse eingeführt zu haben. Bei Auffälligkeiten empfiehlt Semrush einen Abgleich mit eigenen Daten, etwa aus der Search Console, sowie eine Supportanfrage mit Domain und betroffenen Keywords. Google hat sich laut dieser Mitteilung nicht öffentlich dazu geäußert.
Die Nachricht ist damit eine aktuelle Stellungnahme des Datenanbieters. Sie belegt weder eine bestimmte Fehlerquote noch einen konkreten Schaden für einzelne Unternehmen. Eine absichtliche Manipulation durch Google lässt sich daraus ebenfalls nicht als bestätigte Tatsache ableiten.
Warum Unternehmen ihre Berichte jetzt sorgfältig lesen sollten
Die folgende Einordnung und die Prüfschritte sind redaktionelle Empfehlungen für Marketingteams. Sie helfen dabei, aus einer allgemeinen Anbietermeldung einen nachvollziehbaren internen Arbeitsauftrag zu machen. Welche Ihrer Daten betroffen sind, lässt sich ohne Prüfung des jeweiligen Kontos nicht sagen.
Gerade in KMU und B2B-Unternehmen werden SEO-Berichte häufig von mehreren Personen genutzt: Geschäftsführung, Vertrieb, Marketing und externe Dienstleister ziehen daraus unterschiedliche Schlüsse. Deshalb sollte eine Auffälligkeit im Bericht zunächst eine gemeinsame Frage auslösen: Welche Beobachtung liegt tatsächlich vor, und welche Entscheidung hängt daran?
Ein zweckmäßiges SEO-Reporting sollte diese Trennung sichtbar machen. Halten Sie die gemessene Veränderung, die vermutete Erklärung und die geplante Reaktion getrennt fest. So kann eine vorläufige Vermutung später korrigiert werden, ohne dass sie bereits als gesicherte Ursache in die nächste Managementpräsentation gelangt.
Vier konkrete Prüfaufträge für Marketingteams
1. Auffällige Keywords und Seiten eingrenzen
Beginnen Sie mit den Suchbegriffen, deren Entwicklung eine konkrete Entscheidung beeinflussen würde. Erfassen Sie für jeden Fall Keyword, Zielseite, beobachteten Zeitraum und die verwendeten Berichtseinstellungen. Markieren Sie außerdem, ob der Suchbegriff überhaupt zum Angebot und zum Inhalt der betreffenden Seite passt. Damit entsteht eine überschaubare Prüfliste statt einer pauschalen Bewertung des gesamten Datenbestands.
Bewahren Sie den ursprünglichen Export auf. Ein kurzer Vermerk mit Datum und verantwortlicher Person erleichtert die spätere Rückfrage. Prüfen Sie zunächst die wichtigsten Fälle vollständig, bevor Sie umfangreiche Auswertungen für sämtliche Themen starten.
2. Eigene Daten zum gleichen Thema heranziehen
Nutzen Sie den von Semrush empfohlenen Gegencheck und betrachten Sie die betroffenen Themen zusätzlich in Ihrer Google Search Console. Dokumentieren Sie dabei die gewählten Filter und den Zeitraum. Ziel dieses Schritts ist eine nachvollziehbare Prüfung der Auffälligkeit, keine vorschnelle Bestätigung einer zuvor gewählten Erklärung.
Formulieren Sie das Ergebnis als konkrete Beobachtung: Welche Daten sprechen für weiteren Untersuchungsbedarf, welche Fragen bleiben offen? Wenn die verfügbaren Informationen keine belastbare Entscheidung erlauben, kennzeichnen Sie den Fall als ungeklärt. Vermeiden Sie es, fehlende Bestätigung automatisch als Beweis für einen Datenfehler auszulegen.
3. Einen verwertbaren Supportfall vorbereiten
Für eine Anfrage an Semrush sollten mindestens die betroffene Domain und die fraglichen Keywords vorliegen. Ergänzen Sie aus Ihrer Dokumentation die Zielseiten, den Zeitraum und einen passenden Export oder Screenshot. Beschreiben Sie knapp, welche Beobachtung unplausibel erscheint und welche Prüfung Sie bereits durchgeführt haben.
Legen Sie intern fest, wer die Rückmeldung des Supports verfolgt und im Bericht nachträgt. Eine zentrale Dokumentation verhindert, dass mehrere Personen denselben Fall mit unterschiedlichen Angaben bearbeiten. Halten Sie auch fest, ob eine spätere Antwort die ursprüngliche Einschätzung bestätigt, einschränkt oder offenlässt.
4. Website-Änderungen an überprüfbare Befunde knüpfen
Leiten Sie größere Eingriffe an wichtigen Landingpages erst dann aus einem Rankingbericht ab, wenn die konkrete Begründung dokumentiert ist. Schreiben Sie vor einer Änderung auf, welches Problem gelöst werden soll und welche Beobachtung diese Annahme stützt. Dadurch bleibt später erkennbar, ob eine Maßnahme auf einem geprüften Befund oder auf einer noch offenen Vermutung beruhte.
Wenn ohnehin technische oder inhaltliche Fragen anstehen, kann ein strukturierter SEO-Audit den Prüfrahmen liefern. Die aktuelle Meldung allein ersetzt eine solche Untersuchung nicht. Priorisieren Sie Aufgaben nach ihrer belegten Bedeutung für Ihre Website und nach den verfügbaren Ressourcen.
Was Geschäftsführung und Dienstleister abstimmen sollten
Vereinbaren Sie für den nächsten Bericht einen kurzen Hinweis zu ungeklärten Datenauffälligkeiten. Dieser sollte betroffene Themen, den Prüfstatus und die zuständige Person nennen. So bleibt der Bericht entscheidungsfähig, ohne Unsicherheit zu verstecken. Eine klare Zuständigkeit ist hilfreicher als mehrere parallel gepflegte Listen.
Besprechen Sie außerdem, welche Entscheidungen bis zur Klärung zusätzliche Belege benötigen. Das betrifft beispielsweise die Priorisierung eines Inhaltsprojekts oder die Bewertung einer einzelnen Landingpage. Bestehende, anderweitig begründete Aufgaben können weiterbearbeitet werden. Dokumentieren Sie die Entscheidung jeweils so, dass auch unbeteiligte Kollegen den Zusammenhang verstehen.
FAQ
Sind alle Semrush-Rankingdaten unbrauchbar?
Eine solche pauschale Aussage ist aus der Mitteilung nicht ableitbar. Prüfen Sie die konkreten Auffälligkeiten Ihres Berichts und kennzeichnen Sie offene Fälle. Eine allgemeine Warnung ersetzt keine Untersuchung der betroffenen Keywords und Seiten.
Sollten Unternehmen ihre SEO-Arbeit pausieren?
Unsere Empfehlung lautet, an überprüfbaren Befunden weiterzuarbeiten. Für Maßnahmen, die allein aus einer ungeklärten Rankingveränderung abgeleitet werden, sollten zunächst zusätzliche Informationen eingeholt werden. So bleibt die Arbeit planbar und die Begründung jeder Änderung nachvollziehbar.
Was ist die wichtigste Aufgabe für den nächsten Bericht?
Erstellen Sie eine kurze Liste der entscheidungsrelevanten Auffälligkeiten, prüfen Sie diese anhand eigener Daten und dokumentieren Sie gegebenenfalls die Supportanfrage. Trennen Sie im Bericht anschließend bestätigte Beobachtungen von offenen Erklärungen. Das schafft eine belastbarere Grundlage für die nächste Entscheidung.
Quelle und Einordnung
Nachrichtenquelle ist die oben verlinkte Semrush-Stellungnahme vom 27. Oktober 2026. Die beschriebenen Unternehmensabläufe und Empfehlungen sind unsere redaktionelle Einordnung. Aussagen zu Fehlerquoten, Umsatzfolgen oder einem bestätigten Verursacher werden daraus nicht abgeleitet.
Haben Sie Fragen?
Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder Unterstützung für Ihr Online Marketing suchen, schreiben Sie uns gerne.

