Bing Schlüsselwort Recherche: Praxisleitfaden für KMU

Bing Schlüsselwort Recherche hilft Unternehmen, zusätzliche Suchnachfrage zu prüfen und ihre Themenplanung um eine weitere Datenquelle zu ergänzen. Entscheidend ist, Suchbegriffe im passenden Markt zu bewerten, organische Suchdaten von Anzeigenprognosen zu trennen und jedes Thema einer konkreten Seite zuzuordnen. Dieser Leitfaden zeigt KMU, wie sie mit Bing Webmaster Tools und dem Microsoft Advertising Keyword-Planer eine überschaubare, umsetzbare Recherche aufbauen.
Inhaltsverzeichnis
Wann lohnt sich eine Bing Schlüsselwort Recherche?
Eine Recherche lohnt sich besonders dann, wenn Ihr Unternehmen bereits eine klare Leistung und passende Website-Inhalte hat und zusätzliche Nachfragequellen testen möchte. Sie kann ebenso helfen, wenn bisherige Keyword-Listen fast ausschließlich aus einer einzigen Suchmaschine stammen. Prüfen Sie zunächst Ihre eigenen Zugriffsquellen: Gibt es bereits Besucher und qualifizierte Anfragen aus Bing? Welche Leistungsseiten werden aufgerufen? Das liefert einen Ausgangspunkt, ohne einen bestimmten Marktanteil oder bessere Abschlussquoten vorauszusetzen.
Für einen regionalen IT-Dienstleister wäre die Frage beispielsweise: Suchen potenzielle Kunden nach „IT-Betreuung Unternehmen“, „externe IT-Abteilung“ oder einer konkreten Kombination mit dem Standort? Für einen Maschinenbauer könnten Anwendung, Werkstoff und Wartungsbedarf stärker unterscheiden. Diese Beispiele sind Recherchehypothesen, keine nachgewiesenen Suchbegriffe mit bekanntem Volumen. Erst die Prüfung im jeweiligen Markt macht daraus eine belastbare Arbeitsliste.
Welche Datenquelle beantwortet welche Frage?
Bing Webmaster Tools für die organische Perspektive
Die Keyword-Recherche in Bing Webmaster Tools zeigt Suchbegriffe, zugehörige Suchvolumina und verwandte Keyword-Ideen. Die Dokumentation beschreibt außerdem die Anzeige führender Suchergebnis-URLs zum Ausgangsbegriff. Damit können Sie Themen entdecken und die Suchintention anhand tatsächlicher Ergebnisse überprüfen. Die Funktionsbeschreibung finden Sie in der offiziellen Bing-Hilfe zur Keyword-Recherche.
Davon zu unterscheiden sind Leistungsdaten Ihrer eigenen Website. Sie beantworten, für welche Suchanfragen Ihre Seiten bereits sichtbar werden. Eine Themenrecherche betrachtet mögliche Nachfrage; die Auswertung bestehender Seiten betrachtet Ihre bisherige Präsenz. Halten Sie diese beiden Perspektiven in der Arbeitsdatei getrennt, damit fehlende Sichtbarkeit nicht versehentlich als fehlende Nachfrage interpretiert wird.
Microsoft Advertising Keyword-Planer für Anzeigen
Der Microsoft Advertising Keyword-Planer liefert Ideen auf Basis von Begriffen oder Website-URLs sowie Daten zu Suchaufkommen, Trends und Kostenschätzungen. Er unterstützt auch die Eingrenzung nach Standorten. Laut Microsoft ist seine Nutzung mit einem Microsoft-Advertising-Konto kostenlos. Der Einstieg führt über „Tools“ und „Keyword-Planer“; die aktuelle Beschreibung steht auf der Produktseite des Microsoft Keyword-Planers.
Behandeln Sie eine Anzeigenprognose als Planungshilfe. Sie ist weder ein Versprechen künftiger Klicks noch ein Nachweis organischer Rankingchancen. Ebenso dürfen Werte aus dem Microsoft-Netzwerk nicht stillschweigend als reine Bing-Suchdaten beschriftet werden. Notieren Sie immer die tatsächliche Quelle und die gewählten Einstellungen neben den Zahlen.
| Quelle | Leitfrage | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Bing-Recherche | Welche Themen gibt es? | Suchintention prüfen |
| Eigene Suchleistung | Wo sind wir sichtbar? | Bestehende Seite prüfen |
| Anzeigenplaner | Was lässt sich testen? | Kampagnentest planen |
In sechs Schritten von Suchbegriffen zu Prioritäten
1. Leistung, Zielgruppe und Markt festlegen
Starten Sie mit einer einzelnen Leistung. Schreiben Sie auf, wem Sie helfen, welches Problem Sie lösen und in welcher Region Sie die Leistung tatsächlich anbieten. „IT-Service“ ist dafür zu offen. „Laufende IT-Betreuung für Unternehmen im Raum München“ gibt Ihrer Recherche eine klare Grenze. Erfassen Sie außerdem Angebote, die ausgeschlossen sind, etwa Reparaturen für Privatkunden oder den Verkauf einzelner Geräte.
Konkrete Aufgabe: Sammeln Sie fünf bis zehn Formulierungen aus echten Kundengesprächen, Angebotsanfragen und häufigen Vertriebsfragen. Entfernen Sie dabei personenbezogene Informationen. Die Sprache Ihrer Kunden ist ein sinnvoller Startpunkt, weil interne Produktnamen nicht automatisch der Sprache potenzieller Käufer entsprechen.
2. Ausgangsbegriffe und Varianten prüfen
Geben Sie die Begriffe einzeln oder in thematisch klaren Gruppen in die Recherche ein. Ergänzen Sie Varianten für Problem, Leistung, Zielgruppe und Standort. Ein mögliches Muster lautet „Leistung + Zielgruppe“ oder „Problem + Unterstützung“. Longtail Keywords sollten eine echte Präzisierung ausdrücken. Zusätzliche Wörter allein machen einen Begriff weder relevant noch leichter erreichbar.
Übernehmen Sie keine Vorschlagsliste vollständig. Markieren Sie jeden Begriff mit „passend“, „unklar“ oder „ausgeschlossen“. Unklare Begriffe werden anhand der Suchergebnisse geprüft. Wenn die grundsätzliche Themenstruktur noch fehlt, bietet der Beitrag zur Bewertung und Priorisierung von Suchbegriffen eine ergänzende Orientierung.
3. Einstellungen und Datenstand dokumentieren
Notieren Sie für jeden Export das Tool, den Erhebungstag, den betrachteten Zeitraum und verfügbare Marktfilter. Vergleichen Sie möglichst gleich eingestellte Abfragen. Ein deutschlandweiter Begriff und eine lokal eingegrenzte Variante dürfen nicht allein anhand ihrer absoluten Werte gegeneinander antreten. Auch unterschiedliche Zeiträume können eine scheinbare Veränderung erzeugen.
Fehlende oder geringe Daten sind zunächst ein Unsicherheitssignal. Prüfen Sie Schreibweisen, allgemeinere Varianten und tatsächliche Kundenfragen, bevor Sie ein Thema streichen. Fassen Sie nahe Begriffe zu einem Themencluster zusammen, ohne daraus durch bloßes Addieren ein vermeintlich exaktes Gesamtvolumen abzuleiten. Einträge können ähnliche Nachfrage abbilden und sind nicht automatisch unabhängige Zielgruppen.
4. Suchintention in Bing kontrollieren
Öffnen Sie die Suchergebnisse für die wichtigsten Kandidaten und dokumentieren Sie Datum und Suchkontext. Welche Seitentypen dominieren: Ratgeber, Leistungsseiten, Produktkategorien oder lokale Anbieter? Welche Fragen beantworten die sichtbaren Treffer? Die Ergebnisliste ist eine Momentaufnahme; sie ersetzt keine fortlaufende Beobachtung, hilft aber bei der Auswahl eines passenden Formats.
„IT-Betreuung Kosten“ könnte eine Erklärung von Leistungsumfang und Kostenfaktoren erfordern. „IT-Dienstleister München“ legt eine Anbieter- und Standortprüfung nahe. Entscheiden Sie anhand der tatsächlichen Ergebnisse, statt die Intention allein aus einem einzelnen Wort abzuleiten. Eine Leistungsseite mit konkretem Ablauf erfüllt eine andere Aufgabe als ein Grundlagenartikel.
5. Keywords bestehenden Seiten zuordnen
Legen Sie pro Cluster fest, welche vorhandene URL das Thema am besten abdeckt. Prüfen Sie zuerst, ob diese Seite erweitert werden kann. Eine neue Seite ist sinnvoll, wenn ein eigenständiges Bedürfnis bislang unbeantwortet bleibt. Separate Seiten für Bing und Google sind für dieselbe Leistung normalerweise keine sinnvolle Konsequenz dieser Recherche: Der Inhalt soll das Kundenproblem vollständig beantworten.
Notieren Sie neben der Ziel-URL die fehlende Information, beispielsweise Leistungsgrenzen, Projektablauf oder ein fachliches Beispiel. Die Verbindung von Themenrecherche, Inhalt und Website-Struktur gehört zur strategischen Suchmaschinenoptimierung. So endet Ihre Recherche mit einem konkreten Arbeitsauftrag für eine Seite.
6. Nach Geschäftsnutzen und Umsetzbarkeit priorisieren
Bewerten Sie Angebotsnähe, Klarheit der Suchintention und Umsetzungsaufwand getrennt. Ein sehr passender Begriff kann wichtiger sein als ein breites Thema mit größerem angezeigtem Suchvolumen. Geben Sie jedem Kandidaten zusätzlich eine kurze Begründung: „Leistung passt, bestehende Seite vorhanden, Ablauf fehlt“ ist hilfreicher als eine nicht nachvollziehbare Gesamtnote.
Konkrete Aufgabe: Wählen Sie zunächst drei Cluster aus. Benennen Sie jeweils eine verantwortliche Person, eine Ziel-URL, eine Änderung und ein Prüfkriterium. Für SEO kann das die Entwicklung passender Suchanfragen und Seitenzugriffe sein. Für SEA sollten zusätzlich tatsächlich passende Anfragen betrachtet werden. Die systematische Bestandsaufnahme erläutert unser Leitfaden zur SEO-Analyse.
Praxisbeispiel: IT-Betreuung mit klarer Abgrenzung
Ein fiktiver IT-Dienstleister betreut ausschließlich Firmenkunden in einer Region. Seine erste Liste enthält „Computer reparieren“, „IT-Betreuung Unternehmen“ und „IT-Wartungsvertrag“. Der erste Begriff wird zurückgestellt, weil das Unternehmen keine private Gerätereparatur anbietet. Die beiden anderen werden geprüft: Erwarten Suchende laufende Betreuung oder Informationen über Vertragsbestandteile?
Das Team entscheidet nach dieser Prüfung, die vorhandene Leistungsseite um Zuständigkeiten, Übergabeprozess und Leistungsgrenzen zu ergänzen. Eine separate Erklärung zum Wartungsvertrag entsteht nur, wenn sie einen eigenständigen Informationsbedarf abdeckt. Bei einem anschließenden Anzeigentest werden Suchanfragen auf fachliche Passung kontrolliert. Dieses Beispiel beschreibt eine Arbeitsweise; es enthält keine gemessenen Volumina oder garantierten Ergebnisse.
Checkliste für den ersten Recherchezyklus
- Eine Leistung, Zielgruppe und Region verbindlich definieren.
- Kundenformulierungen sammeln und irrelevante Angebote ausschließen.
- Datenquelle, Zeitraum und Filter bei jedem Export festhalten.
- Die wichtigsten Suchergebnisse manuell auf Suchintention prüfen.
- Jedes Cluster einer vorhandenen oder begründet neuen URL zuordnen.
- Drei umsetzbare Maßnahmen mit Verantwortung und Termin auswählen.
- SEO-Auswertung und Anzeigenauswertung getrennt führen.
- Nach Umsetzung Sichtbarkeit, Zugriffe und Anfragequalität gemeinsam bewerten.
Planen Sie den ersten Durchlauf als begrenzte Lernphase. Prüfen Sie zunächst, ob die Daten sauber dokumentiert und die Änderungen tatsächlich umgesetzt sind. Bei geringer Nachfrage reicht ein kurzer Beobachtungszeitraum möglicherweise nicht für eine belastbare Ergebnisbewertung. Verlängern Sie dann die Beobachtung, statt aus wenigen Klicks einen Erfolg oder Misserfolg abzuleiten.
FAQ
Ist die Bing Schlüsselwort Recherche kostenlos?
Bing Webmaster Tools bieten Funktionen zur Keyword-Recherche. Der Microsoft Advertising Keyword-Planer ist laut Microsoft mit einem entsprechenden Konto kostenlos nutzbar. Werbeanzeigen verursachen dagegen eigene Kosten, sobald sie geschaltet werden.
Kann ich Google-Suchvolumen auf Bing übertragen?
Nein. Die Daten beziehen sich auf unterschiedliche Suchumgebungen und Einstellungen. Nutzen Sie Google-Daten als zusätzliche Perspektive, kennzeichnen Sie die Quellen getrennt und prüfen Sie die Nachfrage für Ihren Zielmarkt direkt.
Brauche ich für Bing eigene Landingpages?
Für dieselbe Leistung und Suchintention ist normalerweise keine zusätzliche Seite erforderlich. Verbessern Sie die passende bestehende URL. Eine neue Landingpage sollte durch ein eigenständiges Angebot oder Nutzerbedürfnis begründet sein.
Fazit
Eine gute Bing Schlüsselwort Recherche verbindet zusätzliche Nachfragedaten mit klaren Entscheidungen über Inhalte und Kampagnen. Starten Sie mit einer Leistung, dokumentieren Sie die Datenquelle und prüfen Sie die Suchintention manuell. Ordnen Sie anschließend drei priorisierte Cluster konkreten Seiten und Aufgaben zu. So wird aus einer weiteren Keyword-Liste ein überschaubarer Arbeitsplan, dessen Nutzen sich anhand Ihrer eigenen Ergebnisse beurteilen lässt.
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