Demand Gen im Oktober: Google rückt die Datenqualität stärker in den Fokus

Google hat am 13. Oktober 2026 neue Entwicklungen rund um Demand Gen und die Qualität der zugrunde liegenden Daten vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Messung und die Nutzung eigener Daten. Für werbende Unternehmen ist das ein Anlass, die Grundlagen ihrer Kampagnen zu prüfen: Welche Zielhandlungen werden erfasst und welche davon stehen tatsächlich für wirtschaftlich relevante Ergebnisse?
Inhaltsverzeichnis
Was Google angekündigt hat
Die Ankündigung nennt eine Kennzahl namens Data Strength Uplift sowie die Erweiterung von Data Manager auf Display & Video 360 und Google Analytics. Enhanced Conversions werden für diese Bereiche als bevorstehende Ergänzung beschrieben. Angekündigte Funktionen sollten deshalb nicht pauschal als bereits in jedem Konto verfügbar behandelt werden.
Die Einzelheiten enthält der offizielle Demand-Gen-Beitrag für Oktober. Anbieterbeispiele und interne Auswertungen sind dabei keine Leistungszusage für andere Unternehmen. Die konkrete Wirkung muss mit den eigenen Voraussetzungen geprüft werden.
Einordnung: Mehr Daten sind nicht automatisch bessere Daten
Eine Kampagne kann nur dann auf sinnvolle Ergebnisse ausgerichtet werden, wenn die erfassten Handlungen zur Geschäftsaufgabe passen. Ein Klick auf eine Kontaktmöglichkeit ist beispielsweise noch keine qualifizierte Anfrage. Wenn mehrere ähnliche Ereignisse parallel gezählt werden, kann ein Bericht außerdem einen größeren Erfolg zeigen, als tatsächlich entstanden ist.
Unsere Empfehlung ist deshalb, zunächst die Ereignisdefinitionen und Datenwege zu prüfen. Welche Aktion löst eine Messung aus? Wird sie mehrfach erfasst? Welche Rückmeldung aus dem Vertrieb steht zur Verfügung? Diese Fragen gehören in ein gemeinsames Gespräch zwischen Kampagnenbetreuung, Analyse und den Verantwortlichen für die Website.
Was Marketingteams jetzt konkret prüfen können
- Die wichtigsten Kampagnenziele schriftlich festhalten.
- Jede erfasste Zielhandlung einem realen Geschäftsvorgang zuordnen.
- Doppelte oder technisch fehlerhafte Ereignisse untersuchen.
- Die Verfügbarkeit neuer Funktionen im eigenen Konto prüfen.
- Ergebnisse mit tatsächlicher Kontakt- oder Bestellqualität vergleichen.
Das gilt unabhängig davon, ob ein Unternehmen neue Funktionen sofort nutzen möchte. Ein sauberes Conversion-Tracking erleichtert auch die Bewertung bestehender Kampagnen. Technische Änderungen sollten mit dokumentierten Tests eingeführt werden, damit Unterschiede in Berichten später nachvollziehbar bleiben.
Ein sinnvoller Pilot statt sofortiger Budgetausweitung
Für einen Test sollte feststehen, welche konkrete Verbesserung erwartet wird. Werden beispielsweise bisher unvollständige Datenwege untersucht, muss zuerst ihre technische Zuverlässigkeit überprüft werden. Danach kann bewertet werden, ob sich die Kampagnensteuerung verändert. Mehr erfasste Ereignisse allein bedeuten noch nicht mehr zusätzliche Nachfrage.
Vergleichen Sie geeignete Zeiträume und halten Sie parallele Änderungen fest. Wenn Zielseite, Budget und Messung gleichzeitig verändert werden, wird die Einordnung schwieriger. Eine strukturierte Kampagnenplanung sollte diese Abhängigkeiten berücksichtigen. Die Ergebnisse gehören anschließend in das Marketing-Controlling.
Die Datenwege mit einem konkreten Geschäftsvorgang testen
Wählen Sie eine reale Zielhandlung als Testfall. Bei einem Kontaktformular wird beispielsweise geprüft, ob die erfolgreiche Übermittlung erkannt wird und die Anfrage intern ankommt. Bei einem Shop muss die gemessene Handlung zur tatsächlichen Bestellung passen. Dokumentieren Sie dabei, welche Systeme Daten weitergeben und welche Ereignisse sie auslösen.
Eine solche Prüfung hilft, Unterschiede zwischen technischer Messung und Geschäftsergebnis zu erkennen. Wenn eine Seite bereits beim Öffnen eines Formulars eine Zielhandlung auslöst, ist das eine andere Information als eine tatsächlich gesendete Anfrage. Diese Unterscheidung sollte für alle Beteiligten verständlich sein.
Veränderte Messung im Bericht kennzeichnen
Werden Messfehler behoben, können sich berichtete Werte verändern, ohne dass die Nachfrage im selben Ausmaß steigt oder sinkt. Kennzeichnen Sie den Umstellungszeitpunkt deshalb im Reporting. Vergleiche über diese Grenze hinweg benötigen eine entsprechende Einordnung. Sonst wird eine bessere Datenerfassung möglicherweise mit einem Kampagneneffekt verwechselt.
Stimmen Sie größere Änderungen mit der Kampagnenbetreuung ab. Sie muss wissen, welche Zielhandlungen neu definiert oder korrigiert wurden. Nur so lässt sich beurteilen, ob Veränderungen im Verlauf fachlich plausibel sind.
Kontaktqualität als zweite Ebene beibehalten
Auch technisch sauber gemessene Kontakte können unpassend sein. Erfassen Sie deshalb nachvollziehbare Rückmeldungen aus Vertrieb oder Kundenservice. Die Kombination aus zuverlässiger Messung und fachlicher Bewertung schafft eine bessere Grundlage für Budgetentscheidungen als eine einzelne Zahl im Anzeigenkonto.
Häufige Fragen
Sollten Unternehmen deshalb sofort mehr Budget einsetzen?
Nein. Zunächst werden Datenqualität, Ziele und die konkrete Verfügbarkeit geprüft. Eine Budgetentscheidung benötigt anschließend eigene Ergebnisse.
Was ist der wichtigste erste Schritt?
Die zentrale Zielhandlung mit dem tatsächlichen Geschäftsvorgang abgleichen und technische Doppelzählungen ausschließen.
Wie sind Anbieterkennzahlen einzuordnen?
Als Informationen zur jeweiligen Auswertung und ihrem Kontext. Sie sollten nicht als garantierte Steigerung für das eigene Konto übernommen werden.
Haben Sie Fragen?
Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder Unterstützung für Ihr Online Marketing suchen, schreiben Sie uns gerne.

